Josefines Blog

Mozart für die Katz

von Silvia Gillardon (Kommentare: 0)

Punto und Topolino sind  bestimmt die verwöhnteste Kater des Fricktals. Was der Allerliebste nur schon für einen Zirkus betreibt, wenn unsern Fellmonstern das richtige Fressen besorgt. Aber die Futtermittelhersteller machen es ihm ja auch nicht gerade einfach. Schon allein die genialen Namen auf den verführerischen Goldpäckchen: Mi-Amor oder Fit and Fun? Animondo oder Perfect? Royal oder Purina? Und wenn ja, sensitiv oder crunchy?

Triumphierend kehrt er endlich von seiner Einkaufstour zurück. „Ich habe jetzt eine tolle Auswahl mitgebracht. Mal schauen, was Ihr Beiden lieber mögt: Gourmet oder Sorry von Moments?“

„Bitte? Hab ich recht verstanden? Es gibt ein Katzenfutter namens Sorry? Ich glaub, ich spinne!“

Da hält mir der Allerliebste die Packung mit der Werbung unter die Nase. Edelste Literatur! „Ein Klirren, mein Parfum-Flakon! Lucky schüttelt das Köpfchen: Bekomm ich jetzt was Leckeres? Moments Sorry - jetzt auch in der 140g Dose - die Belohnung für Zwei.“

„Für Zwei? Für Herrchen und Kater?“ spotte ich. „Toll. Da brauche ich ja heute mal nicht zu kochen. Und schau, es gibt auch andere Sorten: Time to relax, love und for you! Wie süss!“

„Mach dich nur lustig.  Das nächste Mal gehst du Katzenfutter einkaufen!“

Gesagt - getan. Natürlich gibt mir der Allerliebste noch ein paar lebenswichtige Empfehlungen mit auf den Weg. „Denk daran, kein Huhn und kein Lamm. Und wenn Lachs, dann nur in Gelee. Und nichts, wo Kitten draufsteht. Das ist denen zu fade.“

„Haben sie dir das gesagt?“ spotte ich. „Dann wäre es vielleicht am besten, wenn die Beiden gleich persönlich mitkämen in den Supermarkt.“

 

Das wäre vielleicht gar keine so schlechte Idee gewesen, stelle ich fest, wie ich hilflos zwischen den Gestellen stehe. Ob die Beiden „Käse-Katzenpaste“ gewählt hätten?  Oder eher Dreamies? Hätten sie sich auf echtes Katzen-Konfekt gestürzt? Ratlos packe ich irgendetwas ein.

Zuhause fülle ich den Beiden die Tellerchen. Aber es ist ja klar, dass sie von meinem „Robusta“ aus dem Sparangebot nicht mal kosten. „Dann habt ihr halt auch keinen Hunger!“ schimpfe ich und fische nach der Zeitung.
Und da steht endlich, woran es unseren beiden Katern wirklich mangelt. Nicht an Sticks und auch nicht an Sorry. Nein: Es fehlt ihnen an Musik!

In einem Tierheim hat eine Frau Doktor die beruhigende Wirkung von Musik an Katzen und Hunden getestet. Positiv. Die Tiere wurden, je Mozarter, je sanfter. Auch Chopin hätte eine beruhigende Wirkung. An Instrumenten hätte vor allem Harfe, Klavier und Violine die Vierbeiner entzückt. Produziert hat die Dame nun einen Musikmix von 30 Stunden.

Bereits seien erste Musiker dran, eigene Hits für all unsere nervösen, frustrierten Bellos und Garfields zu komponieren.

„Soll ich für Euch ein bisschen das Radio einschalten?“ Punto und Topolino wechseln einen kurzen Blick und machen sich aus dem Staub. Wie bitte? Da steht doch….  Aber man sollte Artikel immer bis zum Schluss lesen. „Radio funktioniert übrigens nicht. Wenn die Musik immer wieder von menschlichen Stimmen und Werbung unterbrochen ist, können sich die Tiere nicht entspannen.“

Wir uns übrigens auch nicht, Frau Doktor.

Zurück

Einen Kommentar schreiben